Philosophie

Vertrauen und Bindung sind elementar!

Hundehaltern wird heutzutage von unserer Gesellschaft viel abverlangt. Neben den gesetzlichen Bestimmungen steht dabei an vorderster Stelle ihre Verantwortung, dass der mitgeführte Hund keine Gefahr und keine Belästigung für Menschen und andere Tiere darstellt. Das gilt auch dann, wenn Sie bspw. angerempelt werden, der überholende Skater neben Ihnen ins Straucheln kommt oder ein fremdes Kind Ihren Hund anfassen will …

Reagiert dann der Hund -aus Menschensicht- „unangemessen“, sollten Sie in der Lage sein, Ihren Hund souverän zu führen und seine Reaktion zu unterbinden. Das gelingt Ihnen nur, wenn Sie Ihrem Hund vermitteln können, dass SIE die Situation regeln. Gelingt Ihnen das nicht, dürfte das höchstwahrscheinlich mit einem Kraftakt an der Leine enden.

Rudolf und Rex Jehnes

An diesem Beispiel setzt meine Philosophie an: Hund und Halter sollen entspannt durch‘s Leben gehen, alle Abenteuer gemeinsam bestehen und unterschiedlichste Situationen souverän meistern. Das klappt, wenn der Mensch die Natur des Hundes versteht.

Wenn er lernt, seiner Körpersprache Ausdruck zu verleihen. Wenn er im respektvollen Umgang Bindung und Vertrauen zu seinem Hund aufbaut und aus dessen Sicht souveräner Rudelführer ist.

 

Moderne Methoden der Hundeerziehung

diskutiere ich sehr oft mit Kunden, die meine Leistungen gerne in Anspruch nehmen wollen und mir von  „neuen“ Methoden der Hundeerziehung erzählen. Unzählige Tricks und Tipps sollen den Hund vom Jagen abhalten oder dem Halter raten, wie er sich bspw. mit Aggressionen gegen Mensch und Tier arrangieren kann. Das Ergebnis dürfte wohl insgesamt gleich sein: die Halter stellen fest, dass ihr Tier auf „Sitz“, „Platz“ und „Fuß“ gut trainiert ist,  das aber in entscheidenden Situationen nicht leistet oder vielmehr nicht leisten kann.

Leckerli – Futter über den Tag verteilen – als Erziehungshilfe?

Haben Sie schon einmal gesehen, wie der Hund giert und speichelt wenn er in Erwartung von Futter oder Leckerli ist? Das Geschehen beschränkt sich nicht auf den Maul- und Rachenraum, sondern spielt sich auch in tieferen Sphären ab, nämlich dem Magen. Ist eine Futteraufnahme absehbar (Schlüsselreiz + Protein), wird Magensäure (Salzsäure) produziert, die das Futter zu einer Art Brei für die anschließende Verdauung/Verwertung vermengt. Bei der Gabe von Leckerli (=Futter) als Erziehungsmethode oder -hilfe besteht die Gefahr der Magenübersäuerung. Die produzierte Magensäure (Salzsäure) kann nicht abgearbeitet werden, weil zu wenig Futter im Magen ist. Eine über den Tag verteilte Fütterung kann zu Schäden im Magen und Darm führen und Krebserkrankungen begünstigen. Besser ist, dass der Hund an Ihnen und nicht am Leckerli orientiert ist. Wir zeigen Ihnen wie!

Tricks, Spiele und Aktivitäten haben nichts mit der Grunderziehung zu tun.

Wenn der Grundgehorsam nicht sitzt, stimmt auch die Bindung und das Vertrauen nicht. Dann scheitern auch Spiel und Aktivität. Ja mehr noch: unerwünschtes Verhalten kann sich generalisieren, sodass der Hund später wohl neu konditioniert werden muss.

Ein Hund ist ein Hund. Er tut, was er aus seiner Sicht tun muss. Wenn, dann hat der Mensch versagt und nicht der Hund. - Rudolf Jehnes

Ich warne eher vor diesen unzähligen  Informationsquellen, aus denen sich Hundehalter Theorien erlesen und mit ihrem Verständnis umsetzen. Das führt -neben Verwirrung- zu dieser Grauzonen-Erziehung: 20% werden zwar nicht zuverlässig ausgeführt, aber der Hundehalter hat sich mit dem „ganz besonderen Wesen“ seines Hundes arrangiert. Naja, und kritische Situationen werden dann eben tunlichst vermieden…

Klare Linie

Mein Konzept der Hundeerziehung ist konsequent aufgebaut. Hund und Halter trainieren spielerisch und geradlinig den Grundgehorsam. Das gilt für den Welpen ab dem ersten Tag im neuen Zuhause genauso wie für den Junghund und den erwachsenen Hund.

Der Grundgehorsam, also die sog. Grunderziehung, ist die erste Etappe für fast jeden meiner Kunden. Dabei werden Erziehungsfehler und Grauzonen durch ständige Wiederholung und Übung der Aufgaben korrigiert. Hund und Halter bauen ihre Bindung zueinander durch gegenseitiges Vertrauen auf. Der Halter lernt, mit seiner Konsequenz und Körpersprache den Hund zu bestätigen oder zu korrigieren. Der Hund lernt, sich seinem Halter komplett anzuschließen und seiner Führung zu vertrauen.

Und erst dann beginnen Spiel und Aktivität als Aufbautraining, die das Elementare der Grunderziehung festigen:

BINDUNG – VERTRAUEN – RESPEKT – KÖRPERSPRACHE – KONSEQUENZ