Leinenaggression

  • Spezialisierung Sozialverhalten

In den wenigsten Fällen sind Leinenpöbler aggressive Hunde. Es hat auch nichts damit zu tun, dass sich der Hund angeleint stark fühlt oder gar seinen Besitzer schützen möchte. Leinenaggression ist ein generalisiertes Verhalten des Hundes. Der Erfolg hat ihn darin bestätigt. Wiederholungen haben dieses Verhalten dann manifestiert.

Leinenaggression als Mittel zum Zweck?

Ja, aus seiner Sicht hat er keine andere Wahl, denn er hat keine Alternative gelernt. Der Hund sieht sich in folgender Situation: Ein Mensch kommt mit seinem angeleinten Hund frontal auf ihn und seinen Halter zu. Hunde im Freilauf würden stehenbleiben oder in einem Bogen ausweichen und vorbeigehen. Die Leine hindert sie aber daran. Häufig verstärkt der Besitzer noch die Situation, indem er seinen Hund kürzer nimmt. So alarmiert laufen beide Hunde direkt aufeinander zu. Jetzt kann sich das Drohfixieren zeigen: sie halten Blickkontakt und sind nicht mehr ansprechbar. Trotz des Drohens bleibt die Individualdistanz unterschritten, der Hund reagiert aggressiv, das Gegenüber weicht aus, die Distanz vergrößert sich. Seine Aggression hat also zum Erfolg geführt.

Ein Hund tut was sich lohnt.

Solche Begegnungen werden hauptsächlich vom anderen Ende der Leine gesteuert. Bevor der Hund überhaupt aggressives Verhalten zeigt, macht ihn sein Halter bereits auf die „Bedrohung“ aufmerksam. Er hält die Leine kürzer, wechselt vielleicht die Seite oder ändert seinen Schritt. Reagiert der Hund dann unerwünscht, droht oder zeigt sich aggressiv, schimpft der Halter mit ihm und versucht das Verhalten abzubrechen. Damit bestätigt er einerseits den Hund und schenkt ihm andererseits seine volle Aufmerksamkeit. Es hat sich also für den Hund gelohnt…

Ist Leinenaggression anerzogen?

In den meisten Fällen ist die Leinenpöbelei erlernt worden, wie ich es oben bereits beschrieben habe. Er erfährt aber auch körperliche Einwirkung, wenn sein Halter das aggressive Verhalten abbrechen will, ihn am Halsband zieht oder mit kräftigem Ruck korrigiert. Ihm bleibt die Luft weg und es tut ihm weh. Er hat damit gelernt, dass Hundebegegnungen Stress und körperlichen Schmerz bedeuten. Ein Teufelskreis von Unsicherheit und Angst hat begonnen, die Grundlagen für aggressives Verhalten.

Und nun?

Helfen Sie sich und Ihrem Hund aus diesem Teufelskreis. Ignorieren Sie sein aggressives Verhalten, gehen Sie ruhig und bestimmt einfach weiter. Eine gespannte Leine kann kaum vermieden werden, aber sagen Sie sich immer wieder, dass jedes Wort und jede Geste Ihren Hund nur bestätigt. Zur Gegenkonditionierung sollten Sie Meine Spezialisierung in Anspruch nehmen. Vermeiden Sie dann erstmal Hundebegegnungen außerhalb des Trainings. Er wird lernen andere Hunde mit etwas Positivem zu verknüpfen. Das ist z.B. Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Lob, Ihre gute Laune, ein Spiel, ein Lachen. Diese Stimmung wirkt sich auch positiv auf Sie und Ihre Selbstsicherheit aus. Nur mit viel Übung, ständigen Wiederholungen und wechselnden Szenarien kann Ihr Hund neu konditioniert werden.