Fährten

Mit Köpfchen – und immer der Nase entlang bis zur Beute…

Das Fundament eines Hundelebens bilden seine Instinkte. Sie sind angeboren, können nicht weggezüchtet oder aberzogen werden. Sie entstehen durch einen genetischen Code, der artspezifisch zielgerichtet, aber nicht löschbar ist. Sie sind außerdem für die Intensität seines Verhaltens (Triebe) verantwortlich. Durch die Einflussnahme des Menschen in der Fortpflanzung können diese genetischen Dispositionen verstärkt oder vermindert werden. Der zuchtrelevante Einfluss wirkt sich über Generationen aus, bis zum daraus entwickelten Rassehund. Der Solitärhund bspw. zeigt weniger Rudelinstinkt: er wurde für selbständiges Arbeiten ohne Hilfe gezüchtet. Beim Hütehund dagegen wurde dieser Instinkt noch hochgezogen, weil er intensiv mit seinem Menschen kooperieren soll.

Warum ich das hier erkläre?

Einerseits werden Instinkte all zu oft mit den Trieben des Hundes verwechselt oder gar gleichgesetzt. Andererseits beklagen sich viele Hundehalter über das unerwünschte Verhalten ihres Vierbeiners, das beim Mischling genauso auftritt wie beim Rassehund. Ich sehe in unerwünschtem Verhalten nur, dass der instinktgesteuerte Hund erzieherisch beeinflusst werden soll, was der Hund bestenfalls mit Vermeideverhalten quittiert. Das wiederum lässt im Hund eine Art Stau (Triebstau) entstehen, der sich irgendwann explosionsartig entlädt, bzw. in Problemverhalten äußert. Besser ist es, den Hund in seiner genetischen Veranlagung zu fördern. Mit intelligenten Lerneinheiten kann die Intensität seines Verhaltens verstärkt oder vermindert werden.

Beim Fährten sprechen wir direkt einen Ur-Instinkt an.

FährtensucheAus dem Jagdinstinkt leiten sich bspw. Spiel-, Beute- und Überlebenstrieb ab. Es ist die optimale, artgerechte Auslastung für unseren Gefährten. Das Fährten beschert ihm dazu höchste Zufriedenheit mit seinem eingetretenen Erfolg (> Beute, Hunger).

Für Anfänger sollte die Fährte gerade sein und 15 Schritte nicht überschreiten. Der Halter legt die Fährte ca. 20 Minuten vor dem Einsatz des Hundes. Auf der Fährte lassen sich Gegenstände finden, am Ende der Fährte die absolute Lieblingsbelohnung des Hundes.

Vor seinen Einsatz bekommt der Hund ein Suchgeschirr angelegt. An der kurzgehaltenen 10m-Leine wird ihm außerhalb der Fährte gezeigt, ob er durch Ablegen oder Sitzen verweisen soll. Wenn das klappt, gehen beide zum Anfang der Fährte. Mit Hilfestellung des Halters und dem Kommando „Such“ wird der Hund auf die Spur gewiesen. Folgt er dem Hinweis seines Halters erhält er sofort eine Belohnung. Wieder weist der Halter den Hund auf die Fährte an, bis zum nächsten Gegenstand. Der Hund soll ihn richtig verweisen. Für Beginner kann der Halter natürlich noch Hilfestellung geben und bei korrektem Ausführen sofort belohnen. Suchen, Verweisen und Belohnen wechseln sich bis zum Ende der Fährte. Dort erfährt der Hund seinen Erfolg durch die Superbelohnung und freudiges Spiel (Auflösung).

Übung macht die Meister.

Je häufiger das Fährten mit dem Hund geübt wird, umso besser identifiziert sich der Hund mit der Aufgabe. Die unmittelbaren Belohnungen zeigen ihm schnell, um was es dabei geht. Je sicherer Hund und Halter beim Fährten zusammen arbeiten, umso schwieriger kann die Fährte gelegt werden. Dazu bieten sich die Länge, andere Untergründe, kreuzende Wege, Winkel und Verleitungen an.

Fährten ist für den Hund hohe Konzentrationsarbeit und körperliche Anstrengung. Der Puls und die Körpertemperatur steigen, die Atemfrequenz ist um das Zehnfache erhöht. Mit seinem Geruchssinn unterscheidet der Hund den Individualgeruch der Spur von vielen anderen, verflüchtigten Körpergerüchen. Regelmäßiges Trainieren steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer des Hundes. Je sicherer der Hund „spurt“ umso neutraler sollte sich der Halter verhalten. Er ist insgesamt damit gefordert, den Hund im gleichen Rhythmus zu führen. Seine Beobachtungsgabe lässt ihn geringste Reaktionen seines Hundes erkennen, um dann richtig zu handeln.

Vorurteile haben hier nichts verloren.

Das verbreitete Vorurteil, der fährtengelehrte Hund würde verstärkt auf Wildspuren gehen, ist schlichtweg falsch. Fährten lernt dem Hund, dass er eben nicht triebgesteuert stöbern geht, sondern mit seinem Halter konzentriert eine Spur verfolgt, die am Ende von Erfolg gekrönt wird. Die Fährtenarbeit entspricht seinem Jagdinstinkt vollkommen. Der Hund kann seine Triebe ausleben, ist ausgeglichener und ohne triebgestautes Verhalten. Sogar sehr wildtriebige Hunde werden durchaus leichter führbar. Unsicheren, ängstlichen Hunden verhilft das Fährten zu mehr Selbstbewusstsein und Solitärhunde können sogar zur Kooperationsbereitschaft beeinflusst werden.

Ich biete Fährten-Kurse regelmäßig auf meinem Hundeplatz und nächster Umgebung an. Die Fährtenarbeit ist für Hund und Halter eine Herausforderung, die sie zusammen meistern. Beide lernen die konzentrierte Zusammenarbeit und stärken damit ihre Beziehung. Fährten heißt: Vertrauen und Aufmerksamkeit für eine starke Bindung.

Wenn auch Sie daran interessiert sind, dass Ihr Hund diesen Urinstinkt leben kann,
dann rufen Sie mich einfach an für weitere Details: 09281 – 701724.

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Agility  Longieren  Mantrailing

 


Aufgrund meiner langjährigen Berufspraxis ist meine Zertifizierung im Februar 2016 mit dem Ordnungsamt und dem Veterinäramt abgestimmt.